Schutzstation Wattenmeer


Newsletter und Pressemitteilungen

 

Am Mittwoch den 20.3. sendet NDR 4-Hörfunk einen längeren Beitrag im Vorfeld der in dieser Woche in Bergen tagenden Nordseeschutzkonferenz. In der
Sendung "Profil" wird Lothar Koch zum Engagement der Schutzstation Wattenmeer hinsichtlich des Kleinwalschutzes befragt. Genaue Sendezeit
unklar, voraussichtlich zwischen 6.20 und 8:40 am Morgen.

Am Sonntag, 24. März 2002, ab 14.15 Uhr wird im NDR-Fernsehen (N3) die Sendung "Landpartie Natur - Nordfriesisches Wattenmeer" wiederholt. Eine
fast einstündige locker-informative Bilderschau rund um unser Wattenmeer, die mit Unterstützung der Schutzstation Wattenmeer im November 2001 entstand und vor Sylvester erstmalig ausgestrahlt wurde.



Palmtang und Lummensprung

Helgoland ist Deutschlands einzige Hochseeinsel, auf der 70 km vom Festland entfernt, eine einzigartige Tier - und Pflanzenwelt beheimatet ist.
Während der Zeit des Kurses lassen sich Verhalten und Brutbiologie der ca. 5.000 auf Helgoland brütenden Seevögel optimal beobachten. Der größte
Seevogel des Nordatlantiks, der Baßtölpel, ist mit fast 70 Brutpaaren seit einigen Jahren hier vertreten. Mit ein wenig Glück werden wir auch Zeuge des
todesmutigen Sprunges der noch nicht flugfähigen Lummen vom Nest aus fast 50 m Höhe in die Brandung.

Aber auch das Watt um Helgoland herum ist sehenswert. Auf diesem Felsboden wachsen Unterwasser“wälder² aus Braunalgen, die wir bei Niedrigwasser erkunden werden.

Im naturschutzpolitischen Teil des Kurses, den wir in Zusammenarbeit mit der VHS Kiel anbieten, werden wir u.a. auch dem ökologischen Zustand von Wattenmeer und Nordsee auf den Grund gehen.



Tote Pottwale landeten nach Orkantief am Deich

Friedrichskoog/elk

die Bergung der drei, Mitte Januar vor Friedrichskoog im Watt gestrandeten Pottwale, sorgt auch in der zweiten Monatshälfte noch für einigen Wirbel.
Trotz einer Empfehlung verschiedener Sachverständiger mit Verweis auf die Badewasserqualität und der Zusage einer Kostenbeteiligung durch das Landes Umweltministerium, weigerte sich der Kreis Dithmarschen beharrlich, die teure und schwierige Bergung der drei tonnenschweren Walkadaver aus dem Watt aufzunehmen. Mit Erfolg für die Kreiskasse, wie sich heute herausstellte: Erstens verdrifteten bereits zwei der Walkadaver durch den heutigen Nachtorkan aus dem schwer zugänglichen Watt direkt zum Festlandsdeich und zweitens meldeten sich mittlerweile etliche interessierte Institutionen, die die Pottwale zu Ausstellungszwecken gern sezieren und "entsorgen" wollen.
Offensichtlich gibt es in Ostdeutschland ein erhebliches Walskelett-Defizit und ein starkes Interesse am Zurschaustellen der Großwale: Um die Kadaver bemühen sich zur Zeit Museen und Universitäten aus Stralsund, Dresden und Leipzig. Angesichts dieses nekrophilen Ansturms aus dem Osten müssen die bescheidenen Wünsche der vor Ort tätigen Schutzstation Wattenmeer, die sich um die Präparation und Ausstellung eines Walunterkiefers bewarb, zurückstehen. "Vorzugsweise werden komplette Wale vergeben", hieß es dann auch verständlicherweise aus dem Nationalparkamt. Da die Präparation eines gesamten Großwals etwa bei 30 000 Euro liegen dürfte, lehnten die von
Spendenmitteln abhängigen Naturschützer der Schutzstation Wattenmeer das Angebot dankend zu Gunsten der Umweltbildung im Binnenland ab.
Voraussichtlich soll es noch Anfang nächster Woche zu Sektion und Abtransport der Kadaver kommen. Damit bis dahin die wertvollen Pottwalzähne nicht von Souvenirjägern erbeutet werden, sind bereits alle Unterkiefer abgetrennt und in sicheres Gewahrsam genommen worden.


30.12.2001
Offshore Windkraft - Abkehr vom Wildwuchs?

Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Energie-Staatssekretärs Voigt gegenüber den Nationalparkkuratorien, koordinieren Bund und Küstenländer ihre Pläne zur Genehmigung von Offshore -Windparks jetzt in einer hochrangigen, regelmäßig tagenden Arbeitsgruppe. Damit ist die Chance größer geworden, daß die Bedenken von Umweltverbänden und Küstengemeinden in Hinblick eines "Wildwuchses" von Windparks vor der Küste doch noch ernster genommen werden. Ziel ist, die Antragsteller mit sanftem Druck zur Konzentration ihrer Planungen auf zwei eng begrenzte Suchräume weit entfernt von Borkum und Sylt zu bewegen. Der Suchraum vor Sylt soll hierbei noch seewärts des Walschutzgebietes und der IBA (Important Bird Area) liegen.
Als erstes konkretes Ergebnis der Bemühungen wurde der Plan eines Windparks innerhalb der 12sm-Zone nördlich Helgolands laut Voigt "beerdigt".
Weiterhin seien sich Bund und Küstenländer einig, trotz (oder wegen) der unklaren Gesetzeslage rund um das noch nicht endgültig verabschiedete Bundesnaturschutzgesetz, alle Windpark-Anträge einer Prüfung zu unterziehen, die inhaltlich einer UVP nach EU-Recht entsprechen soll. Auch die, besonders von der Schutzstation Wattenmeer schon lange geforderte, Koordinierung der Kabelverbindungen scheint jetzt voranzukommen.
Wegen der großen Entfernung der Suchräume zum Festland ist eine Kabelanbindung praktisch nur noch in Gleichstromtechnik denkbar. Wechselstromkabel werden spätestens bei Entfernungen um 100 km unwirtschaftlich, da die eingesetzte Energie fast vollständig in die andauernde Umpolung des Kabels fließt.
Für die Gleichstromtechnik sind allerdings, da hier nicht mit konventionelle Transformatoren gearbeitet werden kann, hektargroße Konverterstationen notwendig. Nach Voigt ist z. Zt. eine große Station nordwestlich von Helgoland im Gespräch, in die alle Parks im Suchraum vor Sylt einspeisen sollen. Der Strom könnte, so Voigt, in eine Gleichstrom Ringleitung in der Deutschen Bucht geleitet werden, die später als Verbundsystem die Windparks in der Nordsee mit Anlangepunkten wie Emden, Wilhelmshaven, Cuxhaven oder Brunsbüttel verbindet. In den Nationalparks sollten Kabeltrassen soweit möglich gebündelt werden. Allerdings seien die genannten Pläne über grobe Ideenskizzen bislang noch nicht hinausgekommen. Konkretere Pläne sollen im Frühjahr entwickelt werden.
Die Schutzstation Wattenmeer wird hier frühzeitig darauf hinwirken, daß von vornherein auf ungünstige Trassen durch die Nationalparke, wie etwa durch das Brandgansmausergebiet vor Dithmarschen, verzichtet wird.


Klage der Verbände zeigt Wirkung VikingCable Projekt gekippt

Neumünster, Rendsburg, Husum, 17.12.2001. Das deutsche Energieunternehmen E.ON und der norwegische Netzbetreiber Statnett haben
ihren Plan aufgegeben, ein Stromkabel von Norwegen nach Deutschland zu verlegen.
In einer den Verbänden vorliegenden Meldung vom 14.12.2001 begründen die beiden Unternehmen ihre Entscheidung u. a. mit der Unsicherheit und der Dauer des Verfahrens bedingt durch die Klage der Naturschutzverbände NABU, Schutzstation Wattenmeer und WWF gegen das Projekt. Die Naturschutzverbände hatten in ihrer Klageschrift deutlich gemacht, daß die Umweltauswirkungen von Bau und Betrieb des Kabels, das den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer in seinem sensibelsten Abschnitt durchquert und dabei u. a. ein wichtiges Mausergebiet der Brandgänse wesentlich betroffen hätte, nicht hinnehmbar seien. Zudem gäbe es
Alternativen, die - obwohl rechtlich geboten - bei der durch das Umweltministerium erteilten Genehmigung nicht hinreichend geprüft worden seien.
Die Naturschutzverbände fordern nach dem Aus des VikingCable nunmehr das Umweltministerium auf, die Genehmigung endgültig zurückzuziehen und zukünftig die hohe Bedeutung des Nationalparks bei möglichen anderen Kabelprojekten stärker zu berücksichtigen. Schließlich zeige der Rückzug von E.ON und Statnett, daß auch diese wohl die naturschutzrechtliche Brisanz
ihres Vorhabens eingesehen hätten.

The Viking Cable Project cancelled
[14.12.2001] E.ON Energie has decided to end the discussions on possible realisation of the Viking Cable Project ...E.ON Energie's reasons are the complaints against the permissions especially the lawsuit raised by NABU against the right to cross the Wattenmeer with its unexpectable outcome and timeframe. In addition the further development of windpower in Northern Germany in combination with its priority access to the grid governed by the German renewable energy law would create major uncertainties for the future usage of the cable.
Meldung der norwegischen Firma Statnett, die zusammen mit E.ON das VikingCable Projekt plant(e?) (http://www.statnett.no/).



 

 


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Fax 04331/25246
e-mail: geschaeftsstelle@schutzstation-wattenmeer.de
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