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Husum - Fest der Begegnung als Abschluss der Flüchtlingswoche

Autor: CIS am 28.06.2016

Flüchtlinge

„Traut euch“, so der Appell von Hanna Behrendsen und Monika Hoffmann, beides angehende sozialpädagogische Assistentinnen. Die Schülerinnen der Beruflichen Schulen des Kreises Nordfriesland hatten zuvor den Besucherinnen und Besuchern auf dem „Fest der Begegnung“ im Husumer Rathaus von ihren Eindrücken aus dem DaZ-Projekt (Deutsch als Zweitsprache) erzählt und gaben dabei persönliche Einblicke preis.

Foto: Armin Khaba flüchtete aus Aleppo. Sein Appell: „Stoppt den Krieg.“ Foto: Stadt Husum

Seit November vergangenen Jahres betreuen sie zwei DaZ-Klassen und hatten anfangs Vorurteile gegenüber den Flüchtlingen, wie sie eingestanden. „Wir haben unsere Ängste schnell abgebaut und die Vorurteile über Bord geworfen“, sagten sie rückblickend und sind froh darüber. Die Zusammenarbeit mit den DaZ-Klassen und die intensive Begegnung mit den Flüchtlingen hat das Leben von Hanna Behrendsen und Monika Hoffmann bereichert. „Es hat uns wirklich verändert“, so der Tenor der Schülerinnen.

Das „Fest der Begegnung“ galt als Abschluss der Flüchtlingswoche, die vom Runden Tisch der Stadt Husum unter dem Motto „Vielfalt leben!“ gemeinsam mit Flüchtlingen aus Husum veranstaltet wurde. Geboten wurde ein abwechslungsreiches Programm für alle Generationen.

Für Bürgervorsteher Peter Empen war die gesamte Veranstaltung „ein Kaleidoskop von Bildern, Gesprächen,Dialogen, Filmen und Diskussionen.“ Er begrüßte die Besucherinnen und Besucher im Rathaus, auch im Namen von Bürgermeister Uwe Schmitz. „Feste bedeuten Frohsinn, Freude, Lebenslust und sind ein Elixier für wertiges, menschliches Dasein. Viele Menschen, die uns hier und heute umgeben, ist diese Lebensfreude verloren gegangen. Sie mussten aus ihrer Heimat fliehen, haben Hab und Gut und liebe Menschen verloren“, so der Bürgervorsteher.

Der Mensch an sich brauche Anerkennung, Akzeptanz, Kontakt, Nähe und Vertrauen. „Dieses Vertrauen fällt nicht vom Himmel, sondern muss erarbeitet werden, wie beispielsweise durch solche Feste, die über das Kennenlernen, über die Begegnung Vertrauen aufbauen.“

Feste dieser Art würden immun machen gegen Hetze und Fremdenfeindlichkeit, könnten diffusen Ängsten entgegen wirken und den politisch ewig gestrigen, deren Handwerkszeug Angst und Furcht seien, die Stirn bieten. Er bedankte sich bei den vielen helfenden Händen, die zum guten Gelingen der Flüchtlingswoche beigetragen hatten.

Das „Fest der Begegnung“ musste aufgrund von Regen ins Rathaus verlegt werden. Nass und grau gegen trocken und bunt – so gegensätzlich, wie die Emotionen des Nachmittags. Zum einen die Fröhlichkeit beim gemeinsamen Musizieren, Tanzen und Klönen, zum anderen Traurigkeit und Schmerz beim Ansehen eines Films über Syrien. Vor dem Krieg und nach dem Krieg – die Bilder der Stadt, der Menschen mit fragenden Blicken nach dem Warum. Tiefst berührend auch die Worte von Armin Khaba, der vor acht Monaten aus seiner Heimat Aleppo fliehen musste. „70 Prozent der Stadt sind durch den Krieg zerstört worden“, erzählte er und zeigte Fotos von einem zerbombten Haus, in dem er mit seinen Eltern lebte.

Vater, Mutter, Schwester – sie seien noch dort und er wolle nichts lieber, als in sein Land zurückkehren. Sein Appell: „Stoppt den Krieg.“

Trotz der vielen Einzelschicksale haben die Betroffenen eines nicht verlernt: Zu lächeln und Hoffnung zu haben. Ihre menschliche Stärke spiegelte sich in der unüberhörbaren Wucht der Trommeln wieder, die Jürgen Breuninger und Britt Pedersen mitgebracht hatten. Sie luden die Besucherinnen und Besucher ein, an einem Trommelworkshop teilzunehmen. Das Konzept „Lebensfreude“ hätte an diesem Nachmittag nicht besser von ihnen gewählt sein können.

„Es war eine bunte Woche mit spannenden Themen, vielen Eindrücken und aufschlussreichen Gesprächen“, fasste Kirsten Hartmann, Mitglied des Runden Tisches und stellvertretende Leiterin des Sozialzentrum Husum und Umland die einwöchige Veranstaltung abschließend zusammen.


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