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Pestalozzi-Schule Husum gewinnt den Jakob Muth-Preis 2016

Autor: CIS am 03.06.2016

Schule

Sie haben die Bedürfnisse aller Kinder im Blick, die Lehrerinnen und Lehrer des Schulverbundes der Pestalozzi-Schule Husum. So sehr, dass sie dafür mit dem Jakob MuthPreis 2016 ausgezeichnet werden und der ist mit 5.000 Euro dotiert. „Wir sind sehr stolz darauf und sehen damit unsere Arbeit mehr als gewürdigt“, so Ulrike Lau, stellvertretende Schulleiterin der Pestalozzi-Schule und Simone Bock, Sonderschullehrkraft des Bereichs Inklusion.

Foto: Stadt Husum / Sonderschullehrkraft Simone Bock (li.) und Ulrike Lau, stellvertretende Schulleiterin, haben einen langen Weg hinter sich

Das Kollegium setzt sich aus 35 Sonderschullehrkräften zusammen und die haben ein gemeinsames Ziel: Die derzeit annähernd 300 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf inklusiv zu begleiten, zu unterrichten und sie damit für den weiteren Lebensweg zu stärken.

Das unermüdliche Engagement wurde nun belohnt mit dem Preis, der seit 2009 von der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, der Deutschen UNESCO-Kommission und der Bertelsmann Stiftung verliehen wird.

Schulen, denen es in vorbildlicher Weise gelingt, dass alle Kinder gemeinsam lernen, kommen in den Genuss dieser besonderen Auszeichnung. Mit der Pestalozzi-Schule Husum wurde erstmalig auch der Kreis Nordfriesland bedacht. Die Schule hatte sich bei der Ausschreibung als Verbund beworben. Drei Einzelschulen aus dem Bundesgebiet wurden ebenfalls prämiert.

Für die Bewerbung wurden fünf der insgesamt 16 Partnerschulen sowie Netzwerkpartner mit ins Boot geholt, sozusagen stellvertretend für alle beteiligten Einrichtungen. Mit dabei: Die Bürgerschule und Iven-Agßen-Schule aus Husum, die Herrendeichschule Nordstrand, OttoThiesen-Schule Ostenfeld, die Grund- und Gemeinschaftsschule Mildstedt, das Diakonische Werk Husum und Kompass Friedrichstadt als freie Träger sowie der Fachdienst Familie, Jugend und Bildung Nordfriesland als öffentlicher Träger.

Das Verfahren zur Teilnahme sei zwar sehr aufwendig gewesen, so Simone Bock, aber die Mühen hätten sich mehr als gelohnt. Eine Kommission der Bertelsmann-Stiftung schaute sich Anfang Mai zwei Tage lang die Strukturen der Schule in Nordfriesland an und wurde dabei von einem Filmteam begleitet. „Eine aufregende Zeit“, so die Sonderschullehrerin.

„Unser Kollegium steht seit jeher voll und ganz hinter der Idee der Pestalozzi-Schule und das machte sich sicherlich auch bei den Stiftungsmitgliedern bemerkbar. Für uns alle ist die Auszeichnung ein Motivationsschub und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, meinte sie.

Am 22. Juni fährt sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen sowie Schülerinnen und Schülern nach Pulheim (Köln), um den Preis entgegenzunehmen. Das daran gekoppelte Geld wird in die Fortbildung der Lehrkräfte gesteckt, denn nach wie vor gilt: Nicht auf irgendwelchen Lorbeeren ausruhen, sondern noch besser werden mit Blick auf die Zukunft der Kinder.

„Unser besonderer Dank geht an die Stadt Husum als Schulträger sowie an das Schulamt Nordfriesland mit seiner Schulrätin Astrid Finger. Wir werden von beiden immer sehr wirksam und nachhaltig unterstützt“, so Simone Bock im Namen der gesamten Schule.

Auszüge aus dem Bericht der Bertelsmann-Stiftung:

„Die Pestalozzi-Schule Husum ist eine Schule ohne Schüler. Seit dem Schuljahr 2008/09 unterrichten die Sonderschullehrkräfte alle Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf inklusiv an den allgemeinbildenden Schulen des Verbundes. Hinzu kommen zahlreiche präventive Maßnahmen in Kindergarten, Grundschulen und allen weiterführenden Schulen.

Das Herzstück des Verbundes ist die Pestalozzi-Schule Husum selbst, dem alle 16 Schulen sämtlicher Schulformen im mittleren Nordfriesland angehören. Das Förderzentrum sendet seine Lehrkräfte an die Regelschulen aus, um eine inklusive und wohnortnahe Beschulung der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu gewährleisten. Nach ihrem Selbstverständnis fühlen sich die Lehrkräfte des Förderzentrums für alle 4800 Schüler im Einzugsgebiet verantwortlich. Sie entscheiden an der jeweiligen Schule vor Ort selbst, welche Schüler zu welchem Zeitpunkt eine besondere Unterstützung benötigen.

Sieben Lehrkräfte des Förderzentrums sind im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ zertifiziert, so dass schon früh im Kindergarten eine entsprechende Förderung ansetzen kann. An einem Grundschulstandort im Einzugsgebiet ist eine Sprachheilintensivmaßnahme eingerichtet worden.

Jeder der 35 Sonderschullehrkräfte wird in der Regel nur an einer Schule eingesetzt. Dadurch sind die Lehrkräfte des Förderzentrums an ihren jeweiligen Schulen fest in die Teams vor Ort integriert. Auf der Grundlage der gemeinsamen Haltung, „kein Kind verloren zu geben“, hat die Pestalozzi-Schule beeindruckende Projekte entwickelt. Beispielsweise arbeitet in der „FiSch- Klasse“ (Familien in Schule) ein Lehrerteam bestehend aus Grundschullehrkraft und Sonderschullehrkraft über einen Zeitraum von drei Monaten einmal wöchentlich gemeinsam mit Schülern und deren Eltern zusammen.

Die Pestalozzi-Schule Husum zeigt, dass Inklusion gelingen kann, wenn bei allen Beteiligten die Bereitschaft zur Veränderung der gewohnten Strukturen besteht. Auch beim Übergang in die Arbeitswelt unterstützt die Schule ihre Schüler. Bereits ab der 8. Klasse lernen sie in Praktika und Praxistagen Betriebe kennen. Ein weiteres wichtiges Standbein des Förderzentrums stellt die Hochbegabtenförderung dar.

Seit 2015 ist die Pestalozzi-Schule zertifiziert und bietet allen Schulen im gesamten Kreis Nordfriesland sowie den entsprechenden Eltern eine nachhaltige und umfassende Beratung an.

Der Namensgeber des Preises:

Professor Jakob Muth (1927-1993) leistete Pionierarbeit und setzte sich schon früh für eine gemeinsame Erziehung behinderter und nicht behinderter Kinder ein. Als engagierter Pädagoge war er überzeugt, dass jedes gute Beispiel Früchte trägt. Er prägte Generationen von Lehrern und gilt als ein Vorkämpfer des gemeinsamen Lernens. Gemeinsam mit vielen anderen hat er wesentlich dazu beigetragen, dass der Integrationsgedanke in der Bundesrepublik Deutschland in der Öffentlichkeit seit Mitte der 70er Jahre mehr und mehr verbreitet wurde.


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