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Nun kommen sie...
7 Flaggen für Nordstrand
Über zwei Jahre hat es gedauert bis das Projekt „7 Flaggen für Nordstrand“ nun endlich vollendet werden wird. Finanzielle, aber bürokratische Hürden galt es zu überwinden. Aber ab dem 2. Dezember wird die der Husumer Bucht vorgelagerte Insel Nordstrand nun Flagge zeigen: Und zwar „7 Flaggen“, die vom Rendsburger Künstler Tom Müllers gefertigt wurden. Mit einer Größe von bis zu 6,50 m werden die Flaggen schon von Ferne sichtbar sein und Gäste der Insel bereits von Weitem begrüßen.
Die Flaggen fertigte der Bildhauer Müllers aus seinen Lieblingsmaterialien: Lärchenholz für die Masten und Gesteine wie Granit oder Gneis für die „Flaggen“. Die Skulpturengruppe lebtaus dem Kontrast zwischen der scheinbaren Leichtigkeit der im Winde flatternden Flaggen und der tatsächlichen Schwere des Materials.
Die Anzahl der Flaggen ist nicht zufällig gewählt. So ist die Zahl 7 nicht nur eine äußerst symbolträchtige Zahl, sondern hat zugleich einen direkten Bezug zur Insel Nordstrand.
Nach den beiden „groten Mandränken“ von 1362 und 1634 ist die Geschichte Nordstrands und den Uthlanden geprägt vom ewigen Kampf gegen die Nordsee, den „blanken Hans“. Land und Siedlungen wurden zerstört, Tausende fanden in den Sturmfluten den Tod. Doch bis heute trotzt der Mensch den Gewalten. 1654 begann man mit dem Bau von eingedeichten Kögen, um Land zurückzugewinnen und um sich zu schützen. Heute fügt sich die Insel aus 7 Kögen zusammen, angefangen mit dem „Friedrichs-Koog“ (1654-56), dem heutigen „Alten Koog“, bis zum jüngsten Koog, dem Pohnshalligkoog, der erst 1925 vollendet wurde.
Die 7 Köge werden symbolisiert durch die 7 Flaggen des Künstlers Tom Müllers. Aus einem Material gefertigt, das selbst schon seit Jahrmillionen den Elementen widersteht, sind die Flaggen bewusst gegen die übliche Windrichtung ausgerichtet. So trotzen sie Wind und Naturgewalten – wie die Bewohner dieser Küstenregion. Der deichnahe Aufstellungsort und das für die Masten gewählte vergängliche Material Holz betonen den Charakter des Kunstobjektes als Mahnmal, das immer daran erinnert, dass der Mensch der Natur unterlegen bleibt. So werden Müllers Flaggen gleichermaßen zum Sinnbild für Vergänglichkeit und Ewigkeit.
Viele Sponsoren haben mit Sach- und Geldspenden dieses Projekt ermöglicht und ihnen gilt der Dank der Organisatoren. Ausführliche Informationen über das Projekt und seine Sponsoren sind auf der eigens eingerichteten website http://www.flaggen-fuer-nordstrand.de zu finden
Einweihungsfeier am 2. Dezember 2007
Einweihungsfeier „7 Flaggen für Nordstrand“:
2. Dezember 2007, 11 Uhr.
ORT: Parkplatz "Nordstrander Damm", Ortseingang Nordstrand, und Halle der Schäferei Baumbach
ERÖFFNUNG:
Jens Johann Jacobsen (Bürgermeister der Gemeinde Nordstrand)
FESTREDNER:
Jens Martin Neumann (Kiel, Kunsthistoriker)
Helmut Wree (Kreispräsident des Kreises Nordfriesland)
Dr. Detlef Hansen (Leiter des Nationalparkamtes Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer)
Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung vom Nordstrander Shantychor "De Fideelen Nordstrander".
Ansprechpartner: Dr. Katrin Schäfer, Tel.: 04841/939662 oder info@k-a-t-i.de
http://www.flaggen-fuer-nordstrand.de
Der Künstler:
Tom Müllers (*1953) ist gelernter Steinbildhauer und Steinmetz. 1984 studierte er Bildhauerei an der Werkkunstschule Flensburg. 1988 war er Dozent für Steinbildhauerei an der Werkkunstschule Lübeck; 1991 war er Projektleiter eines Kunstförderprojekts.
Seit 1986 hat er an zahlreichen Ausstellungen, Land-Art-Projekten und Symposien teilgenommen (u.a. Landesschau Schleswig-Holstein; Große Kunstausstellung Düsseldorf; „Nord-Art“ Büdelsdorf; “Skulptur in Bissee“; „Kunstpfade“ Kreis Rendsburg). Heute hat er sein Atelier in Rendsburg.
Müllers bevorzugt für seine bildhauerischen Arbeiten Gneis, ein schwer zu bearbeitendes Gestein, ein sogenannter Metamorphit, entstanden aus magmatischem Ausgangsgestein.
Seine Skulpturen bleiben stets grob behauen, man sieht ihnen den Entstehungsprozess an, in dem sich der Künstler respektvoll diesem spröden Material annähert. Es sind archaische Formen, die er schafft.
Bisweilen kombiniert er die Gneis-Skulpturen mit Holz, jenem Material, das ungeschützt den Elementen kaum widerstehen kann und doch ein Material ist, das wie kaum ein anderes als ein Symbol des Lebens gelten kann.