Windenergie-Repowering braucht mehr Unterstützung




Bremerhaven (iwr-pressedienst) - Die Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen e.V. und die Deutsche Windguard GmbH haben heute eine Potentialanalyse "Repowering in Deutschland' veröffentlicht. Im Rahmen der Studie wurde untersucht, welche technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen das Potential des Repowerings beeinflussen. Grundlage der Studie ist eine Befragung der Landkreise in der Küstenregion und Berechnungen über die Wirtschaftlichkeit von Repowering-Projekten. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass erhebliches Potential vorhanden ist. Das Potential wird jedoch nur realisiert, wenn die Landkreise die Entwicklung aktiv vorantreiben.
Die von der Deutschen Windguard GmbH durchgeführte Studie baut auf verschiedenen Ausbau-Szenarien auf, die jeweils unterschiedliche Einschränkungen in der Genehmigungspraxis berücksichtigen. Die Szenarien basieren auf einer Befragung der Landkreise in der Küstenregion und auf Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit von Repowering-Projekten.

Beim Positivszenario könnten bereits im Jahr 2009 500 MW zusätzliche jährliche Leistung durch Repowering-Projekte installiert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten sowohl Windenergieanlagen in bestehenden Vorrangflächen als auch Einzelanlagen außerhalb von Eignungsgebieten eine Genehmigung für das Repowering erhalten. Außerdem wird bei diesem Szenario davon ausgegangen, dass die Nabenhöhe der Anlagen etwas gesteigert werden kann. So wäre eine wirtschaftlich und energiepolitisch interessante Steigerung der Leistung möglich.

Das in der Studie entworfene Negativszenario geht davon aus, dass Betreiber, deren Anlagen außerhalb von Vorranggebieten stehen, weder eine Neugenehmigung für den alten Standort noch Ersatzstandorte für das Repowering erhalten. Auch die maßvolle Erhöhung der Nabenhöhen ist in diesem Szenario ausgeschlossen. In der Konsequenz können die alten Anlagen zwar durch neue ersetzt werden, eine Steigerung der Leistung ist dann aber kaum möglich.


Befragung der Küstenlandkreise zeigt Ursachen für Zurückhaltung





In diesem Fall könnten die 500 MW an zusätzlicher installierter Leistung pro Jahr erst 2014 erreicht werden. Würden außerdem die von den Landesregierungen empfohlenen Abstandregelungen umgesetzt, würde sich das in dem Negativszenario eingeräumte Potential noch einmal stark reduzieren.

Die Befragung der Landkreise zeigt, dass die aktuelle Genehmigungspraxis überwiegend dem im Negativszenario beschriebenen Vorgehen entspricht. Knut Rehfeldt von der Deutschen Windguard erläutert die aktuelle Praxis der Landkreise: "Betreiber, die Ihre außerhalb von Eignungsgebieten stehenden Einzelanlagen repowern möchten, erhalten dafür derzeit keine Genehmigung. Die Landkreise bieten den Betreibern aber auch keine neuen Eignungsflächen als Ersatzstandorte an. Dabei wäre das eine Chance, mehrere kleine verstreut stehende Anlagen in einem Park aus weniger aber dafür größeren Anlagen zusammenzufassen."

Babette Dunker, bei der WAB für das Thema Repowering zuständig, zieht für die WAB das Fazit der Studie: "Bleiben die Landkreise bei dieser Genehmigungspraxis, lohnt sich das Repowering für die Mehrheit der Betreiber erst in 10-15 Jahren. Für viele wird es sich gar nicht rechnen. Die Chance, durch das Repowering einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung des Jahresenergieertrags aus Erneuerbaren Energien zu erzielen, würde vertan". Die WAB-Mitarbeiterin betont, dass das vorhandene Potential realisiert werden kann, wenn die Landkreise die Entwicklung aktiv mit gestalten. Die WAB wird daher auf die Landkreise und Gemeinden zugehen, um über Gestaltungsmöglichkeiten bei Repowering-Projekten zu sprechen.

Die Studie steht Ihnen unter www.windenergie-agentur.de als Download zur Verfügung








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