Eine Woche nachdem das Forschungs- und Entwicklungszentrum
der Fachhochschule Kiel GmbH (FuE-Zentrum) vom Bundesministerium für Umwelt
und vom Wirtschaftsministerium Schleswig-Holsteins für die Meeres-Forschungsplattform
FINO3, die 80 km westlich vor Sylt in der Nordsee errichtet werden wird, Förderbescheide
über insgesamt fast 8 Millionen Euro erhalten hat, wurde das Projekt FINO
3 in einer windcomm werkstatt in Husum erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Vor mehr als achtzig interessierten Akteuren der Schleswig-Holsteinischen und
Hamburger Windenergiebranche stellten FuE-Geschäftsführer Björn
Lehmann-Matthaei, FINO3-Projektleiter Jan Bachmann und windcomm Mitarbeiter
Peter Bielenberg den momentanen Stand des Projektes FINO3 vor. Geplant ist,
die FINO3-Plattform bis zum Sommer 2007 in der Nordsee zu installieren. Im Mittelpunkt
zukünftiger Forschungen auf FINO3 werden die technologischen und ökologischen
Herausforderungen des Offshore-Bereichs stehen.
Kleinen, mittleren Unternehmen und ebenfalls weiteren Hochschul- und Forschungseinrichtungen
soll auf FINO3 die Möglichkeit gegeben werden, offshore-spezifische Forschungs-,
Entwicklungs- und Erprobungsprojekte als Einzelvorhaben abzuwickeln.
Schon während der Bauphase werden die ersten der insgesamt bisher geplanten sieben Forschungsprojekte mit ihren Messungen beginnen. Die FINO3-Forschungsprojekte werden in den folgenden Jahren neue und verwertbare Ergebnisse besonders im Bereich der Gründungsstrukturen, der Wind- und Wellenlasten, der Blitzgefährdung und in anderen offshore-relevanten Themen erbringen.
Großes
Interesse an neuer Nordsee-Forschungsplattform FINO3
Husums Bürgermeister Rainer Maaß betonte in seiner Begrüßungsrede,
dass FINO3 als Hoffnungsträger für eine notwendige Beschleunigung
der deutschen Offshore-Entwicklung gilt, an der besonders das Land Schleswig-Holstein
und ebenfalls die Hafenstadt Husum großes Interesse haben. Peter Bielenberg
von der Netzwerkagentur windcomm stellte die bestehenden großen Risiken
heraus, beim Errichten von Windenergieanlagen in großen Wassertiefen und
in einem Umfeld, das weit entfernt von der Küsten, geprägt von hohen
Wellen- und Windlasten und aggressivem Salzwasser ist. Im Fokus der FINO3-Forschungen
stehen besonders die technologischen Fragestellungen der Windkraftindustrie,
die ganz andere sind als in der maritimen Öl- Gasindustrie, erläuterte
FINO3-Projektleiter Jan Bachmann.
Eine besondere Herausforderung stellt die Energieversorgung der Plattform mit
den vielen unterschiedlichen wissenschaftlichen Einrichtungen dar. Bachmann
plant zumindest den Energiegrundbedarf von FINO3 mit Solar – und Kleinwindanlagen
sicher zu stellen. Das Projekt FINO3 gehört mit Sicherheit zu einem der
interessantesten Vorhaben im Bereich der schleswig-holsteinischen maritimen
Wirtschaft und gilt schon jetzt als internationales Leuchtturm-Projekt, das
die besondere Kompetenz des Landes im Bereich der Windkraftentwicklung und Forschung
weit über die Landesgrenzen hinaus zeigen wird.
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Erneuerbare Energien