Die norwegische Ministerin für Erdöl und Energie Thorhild Widvey wird zusammen mit dem Konzernchef von Hydro Eivind Reiten die offizielle Einweihung der Utsira-Anlage vornehmen. Wenn die Energieproduktion mittels zwei großer Windräder anläuft und die Wasserstoffanlage in Betrieb sind, wird vor aller Welt demonstriert, wie eine Gesellschaft ihren Energiebedarf auf der Grundlage erneuerbarer Energien decken kann. Auf Utsira leben 230 Menschen. Verläuft alles planmäßig, können Inselgemeinden künftig ihre Stromversorgung aus derartigen Anlagen für Windenergie und Wasserstoff beziehen.
Wasserstoff stellt Stromversorgung auch bei Windstille
sicher
Utsira hat im Jahresdurchschnitt nur drei bis vier windstille Tage. Die Insel
liegt in einem Wind und Wetter ausgesetztem Gebiet in Norwegen, daher kann
auch mal zu viel Wind oder zu wechselhafter Wind wehen, als dass die Spannung
im Stromnetz nur auf der Basis von Windkraft gleichmäßig und hoch
genug ist. Die heutigen traditionellen Windkraftanlagen sind darauf angewiesen,
das bestehende Stromnetz als „Back-up" verwenden zu können,
wenn nicht genug Wind vorhanden ist.
Der Wasserstoff wird in einem speziellen Tank gelagert.
Wenn der Wind auf Utsira nicht stark genug weht, werden ein Generator und
eine Brennzelle automatisch Elektrizität für die Haushalte erzeugen.
Dadurch wird eine stabile Stromversorgung unabhängig von Wind und Wetter
sichergestellt.
In den nächsten 20 Jahren rechnet man mit einem Anstieg der weltweiten Energienachfrage um etwa 66 Prozent und mit einem Anstieg der CO2-Emissionen von ca. 70 Prozent. Dieser Anstieg der Nachfrage und die Umweltbelastung sind nicht zukunftsfähig. Ziel des Utsira-Projektes ist es zu beweisen, dass die Kombination von Windenergie und der Einsatz von Wasserstoff es möglich machen, umweltfreundliche Energie zu erzeugen – mit Wind, auch wenn Windstille herrscht, und mit Sonne, auch in der Nacht. Allein in der EU leben etwa 20 Millionen Menschen auf Inseln ohne Anschluss an große zentrale Kraftwerke. Diese Inseln können vielleicht ihren eigenen Strom auf die gleiche Weise wie das Projekt auf Utsira aufzeigt, erzeugen.
Das deutsche Unternehmen Enercon, das Windenergie-Anlagen herstellt, ist als Partner am Projekt beteiligt und hat unter anderem die Windturbinen geliefert, während die Wasserstoff-Anlage von der Einheit Electrolyser von Hydro geliefert wurde.