
Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass sich
auch bei uns im Norden Deutschlands der Einsatz von Solarmodulen zur Strom-
und zur Warmwasserbereitung bezahlt macht. Besonders die Photovoltaikmodule,
die Strom produzieren, haben gute Ertragswerte, denn die ausreichenden Sonneneinstrahlzeiten
und besonders die Hinterlüftung durch unseren Meereswind machen sie sehr
ertragreich. Die Mehrheit der Anlagen wird auf Dächern montiert, denn
Freiflächenanlagen, die auf dem Boden stehen, sind vom Gesetzgeber nicht
sehr erwünscht und der damit produzierte Strom hat nach dem deutschen
Einspeisegesetz deshalb einen niedrigeren Verkaufspreis.
Dachanlagen arbeiten optimal, wenn sie direkt nach Süden ausgerichtet
sind und das Sonnenlicht möglichst senkrecht auf sie trifft. Das ist
bei guter Ausrichtung in den Mittagsstunden der Fall.
„Und wenn das Hausdach sich nun so verhalten würde, wie zum Beispiel
die Sonnenblumen, die sich mit dem Sonnenverlauf zum Licht drehen können?“,
dachte sich Hans-Herbert Röh, ehemaliger Landwirt und Geschäftsführer
der Sündreyer GmbH in Treia. Er setzte sich mit befreundeten Bauunternehmern
zusammen und brütete eine inzwischen patentierte Innovation aus: den
Sündreyer, übersetzt: Sonnendreher.
Es ist die Konstruktion eines sich mit der Sonne drehenden, runden Daches
bestückt mit Photovoltaikmodulen. Er baute den ersten Sündreyer
auf seinem Hof als Dach einer Lagerhalle. Inzwischen sind zwei weitere kurz
vor der Fertigstellung. Die ersten Ergebnisse sind überaus beeindruckend.
Der Stromertrag ist ca. 25 Prozent höher als bei starren Dachanlagen.
„Da hat sich das drehende Dach schnell amortisiert und wirft dann einen
schönen Gewinn ab“, freut sich Hans-Herbert Röh. Selbstverständlich
sind nicht nur landwirtschaftliche Gebäude geeignet, einen Sündreyer
als Dach zu tragen. Die Sündreyer GmbH hat inzwischen Anfragen aus ganz
Deutschland und ebenfalls für ganz unterschiedliche Gebäude, wie
Lager- Wohn- und Schulungsräume.