Soziologische Studie sieht Vertrauen und Gemeinschaft als Assets des Shooters Counter-Strike ist gut für die Spieler

Counter-Strike ist gut für die Spieler
(pte, 12. Feb 2003 12:52) -
Ego-Shooter wie Counter-Strike haben keinen negativen sozialen Einfluss auf die Spieler. Eine Studie der Loyola University Chicago http://www.luc.edu geht sogar vom Gegenteil aus. Das Spielen der Online-Ego-Shooter sei aufgrund der Community und der erforderlichen Kooperation untereinander aus soziologischer Sicht sogar "zweifellos gut für die Spieler", berichtet die BBC heute, Mittwoch, unter Berufung auf den Leiter der Studie, Talmadge Wright. Für Außenstehende sei die Kommunikation der Spieler während des Spiels oft "unzugänglich" und könne zu Missverständnissen führen. Für gewöhnlich sei Spaß die entscheidende Emotion des Games.

Wright, Professor für Soziologie an der Loyola University Chicago, widmete sich in der Studie den sozialen Interaktionen der Game-Freaks, indem er teilweise an den Spielen teilnahm, die Textdateien der Game-Kommunikation analysierte und die Spieler interviewte. Oft erinnerten die Taktiken und Strategien an Schachpartien. Während des Spiels werden ständig Witze, Smalltalk und Beleidigungen untereinander ausgetauscht. Dies könne bei Außenstehenden einen falschen Eindruck erwecken. Die Gespräche richten sich nach der Vertrautheit mit dem Gegenüber. Die Spieler formieren sich als so genannte Clans und kennen einander mehr oder weniger gut. Man neigt dazu mit jenen zu spielen, die man kennt. Dann sei auch der Umgangston ein rauer. Beispielsweise könne bei der Kommunikation untereinander bekannter Burschen leicht der Eindruck von Sexismus und Homophobie entstehen. Dies sei aber ein falscher Eindruck. Es spiegle vielmehr die Art und Weise wider, wie männliche Teenager miteinander kommunizieren und einander mehr oder weniger scherzhaft beleidigen bzw. die eigenen Spielerfolge darstellen. Sobald fremde Spieler an einer Partie teilnehmen, werde die Sprache zivilisierter.

Counter-Strike http://www.counter-strike.net baue wesentlich auf Vertrauen und Zusammenarbeit auf und fördere dadurch Gemeinschaft und Freundschaft. Eine Faszination der Shooter sei auch das Rollenspiel, bei dem man in einer fiktive Situation bestehen muss. Die Vorurteile gegenüber Ego-Shootern wie Counter-Strike als "geistlose Tätigkeit" resultiere aus einer Einstellung, die in Produktivität den höchsten Wert sehe. Aus soziologischer Sicht sei Counter-Strike für die Spielenden aber "zweifellos gut".

Ego-Shooter haben weltweit den Ruf, gewaltfördernd zu sein. Counter-Strike, einer der beliebtesten Shooter, war im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit dem Amoklauf von Erfurt ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Allerdings hat sich der deutsche Jugendschutz gegen eine Indizierung des Spiels ausgesprochen. Das Game sei zwar nicht für Kinder und jüngere Jugendliche geeignet, hieß es damals in der Begründung, jedoch stehe Teamwork und Strategie für einen längeren Spielerfolg im Vordergrund (vgl. pte http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=020517013 ). Die Online-Version von Half-Life kam 1999 auf den Markt.

Erwin Schotzger








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