| Info | Info |
|
Perspektiven für die friesische Arbeit in Nordfriesland BREDSTEDT. Mit einem umfassenden Programm zur Förderung der friesischen Sprache und Kultur trat der Friesenrat, Sektion Nord, an die Öffentlichkeit. „Unser ‚Modell Nordfriesland’ nennt alle wichtigen Forderungen und Perspektiven für die Bewahrung und Fortentwicklung des Friesischen“, sagte Ingwer Nommensen, Vorsitzender des Friesenrats, bei einer Pressekonferenz in Bredstedt. Friesisch sei eine einzigartige Besonderheit in Schleswig-Holstein und Deutschland. Dieses solle noch mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangen. Das „Modell Nordfriesland“ wird vom Friesenrat und den friesischen Vereinen getragen. Ilse Johanna Christiansen, Vorstandsmitglied der Friisk Foriining, der Vorsitzende des Nordfriesischen Vereins, Hans Otto Meier, und der Vorsitzende des Vereins Nordfriesisches Institut, Thede Boysen, nahmen an dem Pressegespräch im Nordfriisk Instituut teil. Die Arbeit für die friesische Sprache und Kultur in Nordfriesland befinde sich an einem Wendepunkt, sagte Nommensen: Während in einigen Gegenden Nordfrieslands die Menschen der friesischen Sprache eher gleichgültig gegenüberstehen, entscheiden sich andernorts gerade junge Menschen bewusst für das Friesische. An vielen Orten in Nordfriesland zeige sich neues Interesse und Engagement für die alte Sprache der Region. Auf der politischen Ebene im Land Schleswig-Holstein, im Bund und in Europa sei der Stellenwert der Minderheiten im Allgemeinen und des Friesischen im Besonderen gerade in den letzten Jahren „enorm gestiegen“. In dieser Situation erarbeitete der Friesenrat sein „Modell Nordfriesland“. Die soeben im Druck erschienene Schrift umfasst 60 Seiten. Mehrere Arbeitsgruppen und Einzelpersonen haben daran mitgewirkt. Nach Ingwer Nommensens Worten werden darin Rahmenbedingungen genannt, wie sie für jede Kulturnation und eben auch für eine Minderheit unerlässlich seien. Die ehrenamtliche Arbeit sei ein wichtiges Element für eine autochthone Minderheit, sie allein reiche aber nicht aus. „Sie muss ergänzt werden durch eine entsprechende professionelle Unterstützung.“ In welchem Rahmen dies geschehen könne, solle im Dialog mit den entsprechenden staatlichen Stellen auf Landes- und Bundesebene sowie durch Selbstverpflichtung gemeinsam erarbeitet werden. Mit seinem „Modell Nordfriesland“ fühle sich der Friesenrat dem Vermächtnis des bedeu-tenden, 1991 verstorbenen Landespolitikers Kurt Hamer verpflichtet, der – so Nommensen – „wie kaum ein Politiker vor ihm sein Engagement für das Friesische mit seiner humanis-tischen Weltsicht verband und der eine Vision entwickelte“. Kurt Hamer wollte die friesische Arbeit zu einem „europäischen Modellfall“ machen. Daran wolle der Friesenrat anknüpfen. Der Friesenrat wird sein „Modell Nordfriesland“ am kommenden Sonntag der Minister-präsidentin des Landes Schleswig-Holstein, Heide Simonis, überreichen. Dann lädt er zum ersten Mal zu einem „Biike-Empfang“ im Schloss vor Husum. Über einhundert Gäste, darunter Vertreter der West- und Ostfriesen, der Sorben und der Sinti und Roma, haben ihr Kommen angekündigt. |
|
| Zurück zur Homepage concon internet service 2003 - nordfriesland-online magazine
| |