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Rückblick 2003, etwas anders
Überall können Sie jetzt in den Zeitungen oder auch im TV und Radio die Rückblicke auf das Jahr 2003 lesen, sehen und hören. Wir bleiben regional und wundern uns. Vergleicht man viele"Vorträge" der regionalen"Wortführer", so muß man annehmen, daß das Jahr 2003 eigentlich weitgehend ein ganz tolles Jahr war und daß es 2004 noch viel besser wird. Jedermann/frau aus führender Position lobt sich hoch und höher (Mein Sohn würde das etwa so ausdrücken: "Ich bin der Geilste von allen")

Anderseits steckt da Methode hinter, das "Volk" soll aufgerüttelt werden, wieder positiv zu denken. An sich ja nicht schlecht, der Gedanke. Anderseits muß man annehmen, das diese Rückblick-Schreiber alle vorher ein Seminar besucht haben, Thema: "Wie bringe ich negative Dinge positiv unters Volk".
Schlimm genug schon, das scheinbar einige nordfriesische Fachzeitschriften ihre Leserbriefe selber schreiben müssen, weil sie keine erhalten oder jedenfalls keine positiv gehaltenen Schreiben bekommen.
Nein, noch schlimmer ist dann natürlich, wenn man zwei Seiten weiter nach dem supertollen Rück- und Vorblick in der Tageszeitung liest, das sämtliche Gemeinden pleite sind und das die Bürger, die sowieso schon kein Geld hatten, im nächsten Jahr dank der Reformen und Sparmaßnahmen am Monatsende noch weniger Geldhaben werden. Aber warum soll man auch denen mehr Geld in die Hand drücken, die sowieso nichts haben. Davon können die sich auch nichts kaufen. Geben wir also denen mehr Geld, die schon genug haben. Die sorgen jedenfalls für Umsatz und wenn es in der Karibik ist.

Es wird sich aber auch nichts ändern, solange z.B. Behörden oder Institutionen Software für Hunderttausende Euros entwickeln lassen, die es schon lange für einen Appel und´n Ei auf dem "freien" Markt gibt. Man könnte so weiter palavern, kommen wir nun zum kleinen Rückblick, denn so weltbewegend, wie manche schreiben, war das Jahr 2003 in Nordfriesland nicht.

RÜCKBLICK 2003
Eine einzige Sache war wirklich gut, gut für Nordfriesland und für die Welt. Das war die HUSUMwind 2003. Was zumindestens einige Besucher nicht gedacht hätten, die Messe und vor allen Dingen das Organisatorische wurde zum vollen Erfolg. Parkplatzprobleme beseitigt, gute Verkehrsverbindungen und begeisterte Besucher und Aussteller. Da fällt es dann auch kaum noch auf, das die Ausstellerparty doch wieder fast unter Ausschluss der Bevölkerung stattfand. Obwohl es diesmal 13 statt einer Lokalität gab. Aber die Husumer gehen doch nicht an einem Donnerstag vor die Haustür. Vor allen Dingen nicht, wenn so viele Fremde in der Stadt sind, man weiß ja nie....

Ach ja, und Husum hatte ja Stadtjubiläum. 400 Jahre alt und einige Leute haben das bis heute noch nicht mitbekommen. (Man könnte ja, war mal ein Vorschlag der HN, noch bis zum 31.12. Hinweisschilder an den Ortseingängen anbringen). Aber dafür ist sicherlich in dem rund 200.000 Euro Topf kein Geld mehr. Schließlich müssen die Löhne bezahlt werden. Dafür hatten aber ein paar Hundert Besucher freien Eintritt ins Kino und außerdem gab es ja nun Unmengen von noch NIE dagewesenen Veranstaltungen: Z.B.Hafentage, Krokustage, Krabbentage, Matjestage, Schloßkonzerte, Puppentheater. Insgesamt gab es wohl so 365 Veranstaltungen im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten.

Eine Veranstaltung war sogar echt gut, -Husum im Wandel der Zeit-, Höhepunkt sicherlich der riesige Umzug mit Vereinen und Selbstdarstellungen Husumer Firmen. Recht abwechslungsreich und das hatte irgendwie auch mit dem Jubiläum zu tun. Und dann war da noch eine Open Door Veranstaltung, da feierten sich die Honoratioren aber irgendwie selber, man hatte wohl schlichtweg vergessen, dem gemeinen Volk so richtig Bescheid zu sagen. Oder war man ganz froh, daß das ganze "Volk" nicht auch noch gekommen ist?

Jahresthema ist natürlich auch der Naturpark gewesen. Nichts gegen den Schutz der Natur, der ist überaus wichtig. Aber irgendwie hat man das Gefühl, das Nordfriesland in einigen Jahren wirklich eingezäunt wird und ähnlich einem Ausstellungsgelände im Norden Dänemarks sitzen dann die Eingeborenen vor ihren Hütten, stampfen Mehl, dreckige Kinder rennen dazwischen herum, Hunde kacken auf die Füße der Besucher und Männer flicken Fischernetze. Sicherlich eine Touristen-Attraktion, allerdings darf dann innerhalb Nordfrieslands nicht mehr übernachtet werden, aber das kann man ja auch in Flensburg oder Rendsburg. Kostet dann 50 Euro Eintritt, dafür sitzen die Frauen vor ihren Hütten aber auch oben ohne herum und stampfen vor sich hin... Gleich ne gute Idee, aber erst ab 18 Jahren zugelassen: Für 200 Euro darf man Männer und Frauen bei dem anderen Wort mit flicken zuschauen, gibt eine Flasche Schampus dazu, schließlich braucht NF auch dann noch ein Nightlife.

In Bredstedt werden inzwischen sogar wieder Läden eröffnet und nicht mehr geschlossen und gerade Bredstedt und die umliegenden Gemeinden zeigten es endlich mal allen anderen: Die Erlebnismesse im Frühjahr war der Renner. Echt alle zufrieden, gut organisiert und wirklich mal abwechslungsreich. Mindestens so gut wie die Niebüller Messe. Niebüll ist wohl wieder im Jahre 2004 und Bredstedt soll 2005 wiederholt werden. Alle anderen NF-Regionalmessen kann man eigentlich in die Tonne klopfen.

Auf Sylt etablierte sich gerade eine Großdisco im alten Flughafengebäude, schon meckern welche und nun verschwindet sie wohl wieder. Schade für Urlauber und einheimische Jugendliche. Aber was macht das schon, wenn der Naturpark eingezäunt wird, gehört Sylt ja wohl auch dazu und dann müssen die Inselbewohner sowieso alle ausziehen.

So und sonst war nichts Weltbewegendes in NF. Nicht einmal Saddam wurde HIER gefunden.

Wir wünschen ein schönes Jahr 2004 und einen Lottogewinn. Damit kann man z.B. sich ein nettes Haus in einer schönen Gegend kaufen. Muß ja nicht in Nordfriesland sein....:)




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Diese Seite wurde am: 29.12.2003 08:27 aktualisiert.
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